Habaritag:localhost,2010-07-29:atom/8b661319baa6954bb9c57f41d7d20becf3554ffdwolkenfetzen2010-07-29T15:09:15+02:00Das EndeBjarnehttp://localhost/habaritag:localhost,2010:das-ende/12803389982010-07-29T15:09:15+02:002010-07-29T15:09:15+02:002010-07-29T15:09:15+02:00<br />Da diese Seite kaum noch genutzt wird, habe ich beschlossen sie endgültig zu schließen. Aus nostalgischen Gründen wird sie vorerst, als statische Variante, online bleiben. Ich habe, soweit ich noch Sicherungskopien hatte, die Inhalte von "Kunststoff" und und "Poetry-Kicks", faktisch "Wolkenfetzen V1" und "Wolkenfetzen V2", eingefügt. Leider weisen meine Backups große Lücken auf, die ich wohl nicht mehr schließen kann, aber 9 Jahre alte Daten sind ja auch schon was.<br /><br />
Ich bin weiterhin im Netz zu finden, unter anderer Adresse und neuem Namen. Beides werde ich für mich behalten. Man will ja nicht gelesen werden. Eins ist aber sicher: Backups mindestens täglich, oft sogar schon in Echtzeit.<br /><br />
Danke für's Lesen und Kommentieren. Man liest sich.
Ups.Bjarnehttp://localhost/habaritag:localhost,2010:ups/12804085692010-07-29T15:02:49+02:002010-07-29T15:02:49+02:002010-07-25T15:02:15+02:00Es ist wieder einmal passiert. Ich habe ausversehen den falschen Ordner gelöscht. Zum Glück habe ich diesmal ein aktuelles Backup, allerdings weiß ich noch nicht ob ich es benutzen werde. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken Wolkenfetzen zu schließen, da es kaum noch genutzt wird. Mittlerweile gibt es genügend andere werbefreie Seiten, auf denen man kostenlos ein Blog unterbringen kann, oder anderes. Vorerst werde ich wohl ein Archiv erstellen und diese Seite statisch machen.<br /><br />
So long, and thanks for all the fish. Eine kleine Geschichte vom Glück Christianhttp://localhost/habaritag:localhost,2010:-eine-kleine-geschichte-vom-gl%C3%BCck/12804080022010-07-29T14:53:22+02:002010-07-29T14:53:22+02:002001-07-26T14:52:29+02:00Glück ist, in Weimar auf einer Bank zu sitzen, Goethe in sein nachgeahmtes Metallgesicht zu blicken, ein Bier, unnötig zu sagen von welcher Marke, zu trinken und von allen wie ein Penner behandelt zu werden. Dann bist nur du da und der Typ, der neben dir sitzt und auch wie ein Penner aussieht. Mitten drin in einer Kulisse aus kleinstädtischer Mittelmäßigkeit, fühlst du dich sauwohl, möchtest nicht mehr weg von dieser Bank.<br />
Glück ist, wenn du vergleichen kannst, das, was besser ist und auch das, was schlechter ist. Das kannst du dann, wenn du aussiehst wie ein Penner, weil du nicht dazugehörst, du und der Typ, der neben dir sitzt und auch aussieht wie ein Penner. Es ist, als lägen zwei Bildbände vor euch. In beiden sind wirklich schöne Photografien, in beiden aber auch hässliche. Dann sucht ihr euch die Besten raus, bewundert sie, macht euch lustig darüber oder nehmt sie einfach nur wahr.<br />
Glück ist, nach Hause gehen zu können, ein eigenes Bett zu haben, in das ihr euch legen könnt, wenn ihr euch in einen angenehmen Rausch getrunken habt. Ihr müsst euch nicht erst einen Platz suchen an dem ihr schlafen könnt, auch wenn ihr wie Penner ausseht, du und der Typ, der neben dir sitzt. Die ganze WeltChristianhttp://localhost/habaritag:localhost,2010:die-ganze-welt/12804079292010-07-29T14:52:11+02:002010-07-29T14:52:11+02:002001-06-24T14:51:28+02:00Gleich ist es so weit. Ich renne die letzten Meter fast, ich kann es schon spüren, ja, gleich ist es so weit.
Ich nehme sie in die Hand, fühle sie, gehe an die Kasse, bezahle und sie gehört mir. Die Welt, die ganze Welt. Ich freue mich. 2,50 DM an einem Sonnabendmorgen ausgegeben und Die Welt gehört dir. Eigentlich könnte ich jetzt nach Hause gehen und auf den Sonntag warten. Was soll mir ein Tag noch bringen an dem mir um 10 Uhr bereits Die Welt gehört, und das für 2,50 DM? Vielleicht einen starken Kaffee oder ein paar knusprig-frische Sonnabendmorgenbrötchen? Ich überlege ob man überhaupt etwas essen muss, wenn einem die ganze Welt gehört. Da ich aber immer noch ein Mensch bin, auch wenn ich mir an einem Sonnabendmorgen um 10 Uhr für 2,50 DM Die Welt kaufen kann, bin ich dem sklavischen Joch unterworfen, das Nahrungsaufnahme genannt wird. Ich muss also früher oder später etwas essen und gehe deshalb zum Frisch-Back-Shop, der hat auch am Sonntag auf und ich kaufe nur 10 Brötchen und einen Kaffe, weil ich morgen noch einmal herkommen kann. Die Brötchen quellen aus der Tüte, ich frage die Verkäuferin warum es keine Tüten für mehr als 8 Brötchen gibt. Sie schaut mich verständnislos an und fragt:" War's das?" Ich resigniere, bezahle, nehme meine Tüte und ärgere mich. Jetzt muss ich nur noch meine Kaffeetasse mitnehmen, dass ist gar nicht so einfach, ich habe ja noch Die Welt unterm Arm.
Vor dem Frisch-Back-Shop stehen einige Tische, einer wird von der Sonne beschienen, den nehme ich. Am Tisch angekommen habe ich mir die Hand verbrüht, zwei Brötchen verloren und einen Kaffeefleck auf der Hose. Ich setze mich also, öffne meine Tasche, ich möchte die restlichen 8 Brötchen sicher verpacken, da sehe ich es. DAS BUCH! Ich habe doch tatsächlich vergessen das Buch zu bezahlen. Dieses Buch, das ich vorhin in der Buchhandlung in die Hand genommen habe. Wie konnte mir das nur passieren? Ich überlege, ob ich es zurückbringe und doch noch bezahle, aber eigentlich möchte ich das nicht. Immerhin kaufe ich meine Bücher meistens und bei den Buchpreisen empfinde ich es als ausgleichende Gerechtigkeit hin und wieder mal ein Buch nicht zu bezahlen. Schade nur, dass ich es schon kenne. Das ist immer so, dass ich Bücher die ich nicht bezahle schon kenne. Ein Buch das ich nicht kenne, würde ich auch nicht nicht-bezahlen, aber ein Buch das ich schon gelesen habe bezahle ich ungern. Für diese Bücher scheine ich eine Art Gutschein zu besitzen. Ich darf sie mitnehmen und brauche nicht einmal ein schlechtes Gewissen zu haben. Das Buch hätte 10 DM gekostet. 10 Mark für ein Buch mit gerade mal 300 Seiten und dann ist es auch noch eine Sonderausgabe die extra billig ist. Für 10 Mark kann ich mir fünf Tage lang die ganze Welt kaufen.<br />
Ich lache die Menschen, die an mir vorbeilaufen an, doch die wissen nicht warum und können nicht mitlachen. Darüber lache ich noch mehr. Zufrieden nehme ich einen Schluck Kaffe. Der ist dünn und heiß und so verbrenne ich mir die Zunge. Ein kleiner, blonder Junge sieht das und lacht mich aus. GenerationskonfliktChristianhttp://localhost/habaritag:localhost,2010:generationskonflikt/12804078782010-07-29T14:51:19+02:002010-07-29T14:51:19+02:002001-06-10T14:50:50+02:00Ich sitze im Zug. Raucherabteil. Ich habe mir einen Viererplatz am Fenster ausgesucht. Die Füße auf dem Sitz vor mir, meinen Rucksack daneben. Aus einem Grund, den ich nicht kenne, setzt sich dann niemand mehr zu mir. Das ist gut. Der Zug hält, irgendwo im Nirgendwo. Die Schiebetüre wird aufgeschoben. Ich drehe mich um und sehe es. Ein gewaltiger Strom greisenhafter Wanderer ergießt sich förmlich in das Abteil. Ich möchte aufspringen, wegrennen, doch es ist zu spät. Ich bin eingekreist. Meine Gedanken beginnen zu rasen. Lohnt es sich um Hilfe zu rufen? Würde mich jemand hören? Sollte ich einen Ausbruch wagen? Verzweiflung überkommt mich. Ich sehe mich um. Das Fenster! Also gibt es noch eine Möglichkeit zu entkommen, ich reiße es auf, aber in diesem Moment fährt der Zug los, wird schneller, immer schneller. Zu spät. Verdammt! Ich setze mich wieder hin, nur noch die drei Plätze um mich herum sind seniorenfrei. Aber sie haben mich entdeckt, haben mich als potentielles Ziel erkannt. Ich höre Getuschel, finstere Blicke treffen mich. Ich versuche wegzuschauen, da fällt mein Blick auf das kleine Piktogramm über der Tür, eine Zigarette ohne Verbotsdiagonale. Das war die Rettung. Ohne zu Zögern greife ich nach meinen Zigaretten, nehme eine heraus und zünde sie an. Die ersten zwei Züge werden gar nicht wahrgenommen, doch dann regt sich Unmut. Die Greise mit den Dreiviertelhosen aus Leder und den lustigen Hüten wenden ihre verfurchten Gesichter zu mir. Ihre Mienen verfinstern sich noch mehr. Ich bekomme Angst. Was, wenn sie einen Präventivschlag unternehmen? Mich angreifen, ehe ich das ganze Abteil nikotisiert habe? Ich habe diese Gedanken kaum zu Ende gedacht, als es beginnt. "He Junge", ein Mann mit einem gewaltigen Knüppel und einem noch gewaltigeren Bart, anscheinend der Anführer, eröffnet den Kampf, "he Junge, mach die Zigarette aus, aber sofort, ansonsten komm ich rüber und mach es selbst." Zustimmendes Gemurmel erhebt sich. Ich lächele süffisant, schließlich habe ich Heimvorteil. Das scheint den Alten noch mehr zu reizen, denn er steht auf und kommt auf mich zu. Wieder bekomme ich Angst, schließlich sind sie mir 15:1 überlegen. Trotzdem reiße ich mich zusammen, stehe ebenfalls auf und zeige dem Greis triumphierend das Piktogramm. Ich sehe in seinem Gesicht, dass er sich seiner Niederlage bewusst wird und sonne mich in meinem Sieg. Unruhe kommt jetzt unter die Rentner. Einige springen sofort auf und verlassen fluchtartig das Abteil, andere schauen nervös zu ihrem Anführer. Der steht einfach nur da, zerbrochen, geschlagen von einem Dreiundzwanzigjährigen. Ein etwas jüngerer Alter nutzt die Chance auf einen Machtwechsel. Er ruft zu einem geordneten Rückzug auf, viele stimmen ihm zu, wenige halten zum alten Patriarchen. Trotz der Rivalitäten bin ich nach einigen Minuten wieder allein. Ich möchte mich gerade wieder hinsetzen, da hält der Zug. Zielbahnhof, zumindest meiner. Ich steige aus, die Tür fällt hinter mir zu, der Zug fährt los und ich bin froh noch einmal davon gekommen zu sein.